Standort Kassel

Das Gründungs- bzw. das erste Leitungskollegium des Lehrerseminars für Waldorfpädagogik Kassel versuchte von Anfang an, Lehrerausbildung und Forschung zu verbinden. Die Unterrichtsinhalte in den Fächern Chemie, Physik, Geschichte und Deutsch wurden, teilweise durch die DFG, teilweise durch Stiftungen und den Dachverband finanziert, in Forschungsprojekten neu aufgeschlossen.

Ziel - beispielsweise in den Fächern Physik und Chemie - war und ist es, die Naturerscheinungen in ihrer Unmittelbarkeit und ihrem Erscheinungsreichtum im Unterricht aufleben zu lassen, an einer Fülle von Wahrnehmungen die Welt schätzen zu lernen und das Denken im Ordnen dieser Erscheinungen in der Welt zu verankern.

Es wurde und wird versucht, durch den Unterricht bei den Schülerinnen und Schülern eine Urteilsdisposition anzulegen, die sich dialogisch in die Natur und nicht mit Präkonzepten neben die Natur stellt. Für das Leitungskollegium des Lehrerseminars für Waldorfpädagogik wechselten und wechseln sich so Phasen stärkerer Forschung mit Phasen stärkerer Lehre bzw. Schulunterrichts ab.

Im Laufe der Jahre nahmen der Umfang der Lehrerausbildung und Pädagogischen Forschung beständig zu. Als Rechtsträger wurde der Verein Bildungswerk Beruf und Umwelt gegründet, unter dessen Dach nun sowohl das Lehrerseminar für Waldorfpädagogik als auch die Pädagogische Forschungsstelle Kassel beheimatet sind. Die fachinhaltliche didaktische Forschung wurde in Form von Lehrplankommissionen gebündelt, die derzeit in den Fächern Deutsch, Geschichte, Mathematik, Physik, Chemie und Geographie aktiv sind.